Der Sternenhimmel Buch Sternenhimmel
DAS JAHRBUCH FÜR HOBBY-ASTRONOMEN

Der Sternenhimmel enthält eine so grosse Menge an Informationen, dass eine gestraffte Darstellung und Abkürzungen unausweichlich sind. Für den Erstbenutzer ist das nicht immer ganz einfach. Hier versuchen wir, den Einstieg in den Gebrauch zu erleichtern

 

Gliederung des Buches

♦  Einleitung mit Kalendarischem und Vorschau der astronomischen Höhepunkte des Jahres

♦  Monatsübersichten mit Astrokalender

♦  Jahresübersicht mit Koordinatentabellen

♦  Jahresthemen

♦  Anhang mit Daten des Sonnensystems, Adressen und Glossar.

 

Der Astrokalender (AK)

Zentraler Teil und auch Einzigartigkeit des Sternenhimmels ist der Astrokalender. Er enthält eine grosse Menge von Informationen, die nur dank der komprimierten Darstellungsform in einem handlichen Buch Platz hat. Um den größten Nutzen ziehen zu können, ist daher etwas Angewöhnung notwendig. Wir zeigen hier am Beispiel  1. Dezember 2008, welche Informationen enthalten sind und wie sie dargestellt werden.

 

tl_files/sternenhimmel/seitenbilder/AK_1_a.jpg 

 

 

In den ersten zwei Zeilen wird der Mondlauf beschrieben. Die erste Zeile gilt für die Region Berlin, die zweite für Zürich. In der Mitte zwischen den Zeilen sind die Symbole, die für beide Zeilen gelten. Die Gestalt des Mondes ist mit acht verschiedenen Zeichen angegeben, am  1. Dezember zeigt also der Mond eine zunehmende Sichel. Die folgenden Angaben sind chronologisch: da geht also der Mond in Berlin um 11:10 Uhr (MEZ) auf. Um 14:57 Uhr steht er genau im Süden, in 13.3° Höhe über dem Horizont. Um 18:50 Uhr geht er unter und stört die Beobachtung schwacher Objekte nicht mehr.

Die Genauigkeiten der Zeitangaben ergeben sich aus der jeweiligen Schreibweise. Auf- und Untergang sind auf Minuten genau angegeben, die anschliessende Angabe über die Sternzeit ist auf Zehntel-Sekunden genau. Die Sternzeit zeigt den Stand des Fixsternhimmels an, mit ihr können Teleskope exakt eingestellt werden.
Die nächsten Angaben bezieht sich wieder auf den Mond, diesmal auf den Tagesbeginn 0 Uhr. Vor 3 Tagen und 6 Stunden war Neumond – das sogenannte Mondalter wird vom letzten Neumond her gerechnet. Dann wird noch die genaue Phase angegeben und die Lage der Schattengrenze auf dem Mond. Eine positive Phase bedeutet zunehmenden Mond, bei negativer Phase ist er abnehmend. Der Wert 0.000 ist bei Neumond erreicht, 1.000 bei Vollmond. Am 1. Dezember 2008 zeigt also der Mond eine zunehmende Sichel, bei der noch nicht ganz 10% des "horizontalen" Durchmessers beleuchtet sind.
Die Lichtgrenze bezieht sich auf die Koordinaten des Mondes, wie sie auf detaillierten Mondkarten angegeben sind. Der Wert 52.33° bedeutet beispielsweise, dass um Mitternacht der "Terminator" (die Lichtgrenze zwischen beleuchtetem und unbeleuchtetem Teil des Mondes) unmittelbar östlich des Krates Lindbergh verläuft, dort also gerade die Sonne aufgeht.

Es folgen zwei Zeilen, die von Saturn und einem seiner Monde handeln. Saturn ist zwar schon früher aufgegangen, aber um viertel nach zwei hat er die für eine problemlose Beobachtung notwendige Höhe über dem Horizont erreicht. Die Saturnmonde sind am besten zu sehen, wenn sie von der Erde aus gesehen am weitesten vom Planeten abstehen. Diese Zeitpunkte sind vermerkt.
Die Julianische Datumsangabe ist bei den Astronomen beliebt, sie wird international für die eindeutige Bezeichnung eines Zeitpunkts angewendet.

 

tl_files/sternenhimmel/seitenbilder/AK_4_a.jpg

 

Am Abend des 1. Dezember 2008 erscheinen vier weitere Planeten. Venus und Jupiter sind vom blossem Auge unübersehbar, geübte Beobachter verfolgen Uranus in einem Feldstecher (Fernglas), während Neptun nur mit einem Teleskop gesehen werden kann. Erdlicht: ist im Glossar beschrieben.

 

tl_files/sternenhimmel/seitenbilder/AK_2_a.jpg

 

 

 

Kurz nach dem Eindunkeln können auch die Jupitermonde teleskopisch erkannt werden. Für diesen Zeitpunkt wird ihre Stellung angegeben, und zwar so, wie die Monde in einem astronomischen (umkehrenden) Fernrohr erscheinen. Also ist beim Eindunkeln Kallisto recht weit westlich Jupiters zu sehen, Europa ist schon sehr nahe an Jupiter (um 17:47 verschwindet der Mond ja hinter Jupiter). Jupiter wird durch den Kreis mit den beiden horizontalen Strichen dargestellt. Rechts von Jupiter, also auf seiner östlichen Seite, deutet die Einklammerung an, dass Io und Ganymed nahe beieinanderstehen. Die nächste Zeile verrät dann, dass die beiden um 17:27 aneinander vorbei gehen, wobei ihr Abstand nur 40% des Jupiterradius, also 20% des Durchmessers beträgt.Ganymed geht südlich an Io vorbei, im Teleskop steht er daher "über" Io.

 

tl_files/sternenhimmel/seitenbilder/AK_3_a.jpg

 

Auf ein ganz besonderes, weil seltenes Ereignis, verweisen die nächsten 7 Zeilen. Der Mond geht vor der Venus vorbei, sie verschwindet für über eine Stunde hinter ihm. Da uns der Mond relativ nahe steht, ändern sich die Beobachtungsdaten von Ort zu Ort. Deshalb sind die Zeiten nicht eingemittet, sondern stehen für Berlin links, für Zürich rechts. Unterschiedliche Zeiten gelten dann auch für die letzte Zeile des 1. Dezembers 2008. Wenn der Mond untergegangen ist, können auch schwächere Objekte beobachtet werden. Für diese Objekte (Galaxien, Gasnebel) hat sich, auch im deutschen Sprachraum, die Bezeichnung Deep-sky-Objekte durchgesetzt.